Wenn ich es wüsste, müsste ich zugeben, dass ich innen drin langsam absterbe.

Ich erkenne es daran, dass ich Menschen zu verachten beginne, die den Mut haben, sich schwach zu zeigen. Sie machen mich zornig, weil sie mich an mein schutzloses Inneres erinnern, das ich nicht sehen will.

Meine Welt ist die Machbarkeit. Nur, was geschieht mit mir, wenn das Leben mir meine harte Schale zerbricht und ich nichts dagegen tun kann ?

Dann erwachen in mir Gefühle, mit denen ich bisher nichts zu tun haben wollte, Leere und Chaos, Hilflosigkeit und Schuld, Einsamkeit und Verzweiflung.

Ich entdecke, dass ich weich und verletzlich bin wie das Innere einer Faust. Meiner Angst zum Trotz wage ich es, mich zu öffnen. Da geschieht es, dass mir ein anderer seine geöffnete Hand reicht. Es tut mir gut, Wärme zu spüren und berührt zu werden.

Ich muss mich nicht mehr selbst halten, sondern bin gehalten und bekomme, was ich mir selbst nicht geben kann.

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