Tagesarchiv 15. September 2012

Vonadmin

„Dauerbrenner“

Unsere heutige Zeit ist geprägt von Unübersichtlichkeit und Veränderungen in relativ kurzer Zeit. Dies bewirkt Verunsicherung.    Deshalb träumen viele Menschen heute von der Liebe fürs Leben und halten Treue für eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine glückliche Partnerschaft.  Andererseits reiben sich Paare an ihren ständigen Konflikten wund – bis hin zur Scheidung. Was steckt dahinter?
Dein Mann, deine Frau – das unbekannte Wesen   
Wenn sich Menschen verlieben, besteht ein Teil der Verliebtheit darin, dass sie sich einander sehr vertraut fühlen. Es  gibt ähnliche Erfahrungen, gemeinsame Lebenseinstellungen, eine Ergänzung, die fasziniert. In der Verliebtheit entdecken und erfassen wir, was vom anderen zu uns passt, das andere blenden wir aus. Das lässt sich im Alltag jedoch nicht durchhalten. Vieles am anderen ist neu, fremd, ja befremdlich. Der eine lässt Pfannen und Töpfe nach dem Abwasch stehen und trocknen, der andere räumt sie sofort weg. Zwei Wege mit Dingen umzugehen. – Friedrich und Gerlinde sind ein Paar. Beide sehr unterschiedlich in ihrer Persönlichkeit.  Sie lebendig, sprudelnd, aktiv und initiativ, er bedächtig, zurückhaltend und ruhig.  Der Alltag wird immer konflikthafter, ständig reiben sie sich  an ihren „Dauerbrenner“ wund. Sie fühlt sich von ihm hängengelassen, er fühlt sich ihr gegenüber unfähig und abgeurteilt.  Beide haben eine unterschiedliche Einstellung zur Wirklichkeit. Sie ist auf praktisches Tun ausgerichtet, er eher ein Denk – Typ.  Sie versuchen einander zu verstehen, aber es gelingt nur fallweise. Sie brauchen noch ein tieferes Verständnis füreinander.

Das Kind im anderen kennen lernen 
Gerlinde ist in einer instabilen Familie aufgewachsen. Die Mutter war  ihrer Aufgabe nicht gewachsen. Gerlinde musste ständig auf der Hut sein, um alles unter Kontrolle zu haben. Friedrich kommt aus einer Familie, wo er als Sohn der Mutter die fehlende Geborgenheit  des Ehemannes geben sollte. Er war vollständig überfordert.  Seine von ihm enttäuschte Mutter wertete ihn ständig ab.   Als Friedrich und Gerlinde, das in einer Beratung besprechen, erfassen sie die gegenseitige Not, die sie als Kind erlebt haben.  Zugleich entdecken sie, dass sie genau diese Erfahrungen in ihrer Beziehung wiederholen. Friedrich erkennt, dass er durch sein Aufschieben von Aufgaben Gerlinde das Gefühl vermittelt, dass sie sich nicht auf ihn verlassen kann und dadurch ihre Kontrolle auslöst.  Gerlinde wird deutlich, dass sie durch ihre aggressiven Vorwürfe dieselbe Resignation und Passivität hervorruft,  die er damals bei seiner Mutter erlebt hat.  Es entstand bei Friedrich und Gerlinde nicht nur ein  tieferes Verständnis füreinander, sondern sogar Liebe  und Mitgefühl für die Verletzung des anderen.

Innere Heilung
Die Verletzungen, die Friedrich und Gerlinde in ihrer Kindheit erleben haben, brauchen Heilung.  Wie geschieht das ? Gottes Liebe will in ihren Schmerz kommen.  Er will uns spüren lassen, wir gern er uns hat, denn wir sind seine großartige Idee und seine Geschöpfe. Er will mit uns reden und sagen, dass er da ist, für uns sorgt  und wir bei ihm aufatmen dürfen.  Die Liebe Gottes schafft eine innere Sicherheit und Geborgenheit.

Miteinander unterwegs
Zwei von Gott geliebte Menschen dürfen nun schrittweise lernen, anders mit dem Partner umzugehen. Gerlinde darf lernen Friedrich Vertrauen entgegenzubringen, ihm Zeit zu lassen. Friedrich darf Aufgaben eher angehen, um so zu zeigen, dass Gerlinde ihm wichtig ist.
Dauerbrenner können also entschärft werden, wenn wir bereit werden, die Hintergründe näher anzuschauen und uns auf einen Prozess der Heilung einzulassen.

© Erhard Lieberknecht

Vonadmin

Vitamine für die Seele

Vitamin A, B, C,  – jedes Vitamin ist lebensnotwendig. Besonders in Zeiten wie diesen, wenn uns die kalte Winterluft um die Nase weht und wenn die eigenen Abwehrkräfte aufgebraucht sind. Wir merken, unser Körper kämpft mit einer Verkühlung, wir sind schneller müde und nach einer Grippe kommen wir nur langsam wieder auf die Beine.

Eigentlich hätten wir schon vorher etwas für unser Immunsystem tun können, aber im Getriebe des Alltags haben wir es übersehen.
Geht es uns mit unserer Seele manchmal nicht ähnlich?

Da sind die Kraftreserven aufgebraucht.  Die Nerven liegen blank, wir haben keine Energien mehr und die Mitmenschen müssen unsere schlechte Laune aushalten. Oft wissen wir selbst nicht, was mit uns los ist, wir merken nur, dass unsere Gefühle verrückt spielen. Da ist Unzufriedenheit, Ärger, Lustlosigkeit oder Wut aus heiterem Himmel. Wirklich aus heiterem Himmel? Oder  hat sich doch schon längere Zeit etwas zusammengebraut, was wir nicht wahr haben wollten?
Vielleicht haben wir uns selbst überfordert, weil wir uns selbst oder anderen etwas beweisen wollten. Vielleicht konnten wir keine guten Grenzen setzten und hätten schön längst aus einer Situation gehen müssen. Möglicherweise haben wir helfen wollen, wo der andere aber selbst keine Hilfe wollte. Was hat unsere Seele nicht alles zu tragen, kein Wunder, dass unsere seelischen Kraftreserven irgendwann aufgebraucht sind.
Was könnten wir tun um unser seelisches Immunsystem zu stärken?
Nehmen wir

Vitamin A: ANHALTEN:

Anhalten und anschauen tut der Seele gut. Sie kann zur Ruhe kommen das Leben ordnen. Manchmal braucht es eine Neuorientierung.

Vitamin B: BEWEGUNG:

Ein Spaziergang oder Walken in der guten frischen Winterluft, die Gedanken laufen lassen, Neues sehen und Platz bekommen für neue Gedanken. Das gibt der Seele neue Frische und entschlackt von alten, muffigen Gedanken.

Vitamin C: CAFE:

Mit einer Freundin auf einen Kaffee gehen, Zeit haben um Beziehung zu pflegen, mich austauschen und über dem Reden meine Gedanken und Gefühle ordnen.
Wann haben Sie diese Vitamine zuletzt eingenommen? Probieren Sie es mit einem Vitamin aus und beobachten Sie die Wirkung.

© Esther Lieberknecht

Vonadmin

Die Hoffnungsvase

Ein Mann verlor seine Arbeitsstelle. Die Familie konnte die Rechnungen nicht mehr zahlen und die Kinder nicht mehr zum Kieferorthopäden schicken. Es gab nichts Neues zum Anziehen. Sie mussten das anziehen, was noch im Schrank hing. Eines Tages, als die Frau wirklich entmutigt war, brachte der Mann eine gelbe Rose mit, ihre Lieblingsblume.

Ein  paar Tage später, als er wieder von einem enttäuschenden Bewerbungsgespräch nach Hause kam, stellt er wieder eine gelbe Rose in die Vase. Dabei blieb es, wenn eine Rose verblüht war, tauchte eine andere auf. Manchmal suchte die Frau selbst nach etwas Geld in der Tiefe der Handtasche, um damit die nächste Rose zu kaufen. Sie wollte ihrem Mann zeigen, dass sie an ihn glaubte, egal was passiert. Selbst die Kinder steckten manchmal ein Gänseblümchen oder einen Löwenzahn in die „Hoffnungsvase.“ Diese kleine Geste hat sehr viel dazu beigetragen, dass die Stimmung in der Familie nie  ganz abgesunken ist.

Der Hoffnung Ausdruck verleihen

Manchmal gibt es Situationen, die sind alles andere als hoffnungsvoll. Sehe ich aber auch darin noch Zeichen der Hoffnung? Oder kann ich selbst Zeichen der Hoffnung setzen?

Aktiv werden und ein Zeichen der Hoffnung setzten, das hat dieser Mann getan.

Er hat sich nicht überrollen lassen von der Hoffnungslosigkeit, die eigentlich an der Tagesordnung gewesen wäre. Er hat die Hoffnung für sich sichtbar gemacht. Er hat ein Symbol gefunden, das für ihn und die ganze Familie zum Hoffnungszeichen wurde.

Mein Huflattich

In einer Situation wo es mir sehr schlecht ging, wurde mein Blick bei einem Spaziergang auf einen Huflattich gelenkt, der trotz Wind und Schnee unbeirrt vor sich hinblühte. Immer wieder besuchte ich diesen Huflattich und beobachtete, wie es ihm ging. Dieser Huflattich wurde für mich zu einem Hoffnungszeichen in meiner damaligen Situation.

Symbole finden

Am liebsten würde ich Sie jetzt alle, die Sie diese Zeilen lesen auf einen Frühlingsspaziergang schicken. Sie würden von mir die Aufgabe bekommen sich etwas von diesem Spaziergang mit nach Hause zu nehmen. Etwas was Sie anspricht. Ein Zeichen der Hoffnung für Ihre Situation, in der Sie gerade stehen. Dann stellen Sie sich folgende Fragen:

Was will mir der Gegenstand zeigen oder sagen? Wo kann er für mich zu einem Symbol der Hoffnung werden?

Gott spricht zu uns durch Bilder

Immer wieder spricht Gott durch Bilder zu uns. So kann Gott durch diesen Gegenstand, den Sie von Ihrem Spaziergang mitgenommen haben, Ihnen etwas sagen wollen.

Fragen Sie ihn einmal danach: „Gott, was möchtest du mir damit sagen?“

Ohne dass Sie es merken, sind Sie in einem Zwiegespräch mit Gott.

So einfach ist es mit Gott zu sprechen.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie Ihr Hoffnungszeichen finden, durch das Gott zu Ihnen reden möchte.

© Esther Lieberknecht

Vonadmin

Frieden stiften – ehe der Frieden stiften geht!

… so sagt das Sprichwort. 

Der Friede ist unter Menschen immer gefährdet. Es gibt  Meinungsverschiedenheiten, verschiedene Interessen. Oft geht es um Einfluss und Macht, um Rechthaben, sich Durchsetzen, um Egoismus.
Davon sind auch glaubende Menschen, auch Christen nicht nicht ausgenommen. Auch Christen können übers Kreuz kommen. Ob sie dann noch unter dem Kreuz stehen, ist die Frage.
Abraham hat die schwierige Angelegenheit mit der Hungersnot, seinem Verrat an Sarah, seiner Frau, seinen Kleinglauben aufgearbeitet. Er hat in das Vertrauen zum lebendigen Gott zurückgefunden. Da kommt schon die nächste Herausforderung  – Streit.

1.Steit – und kein Ende abzusehen?
Streit – nicht zwischen Abraham und seinem Neffen Lot, sondern Streit unter den Hirten von Abraham und Lot.
Streit nicht wegen Armut, sondern Streit wegen Reichtum.
Abraham und Lot haben beide so viel Vieh, so viele Mitarbeiter, so viele Hirten, so viele Zelte.
So kam es zu ständigen Streitereien zwischen den Hirten Abrahams und Lots um Weideplätze und Brunnen.
Es kommt der Punkt, wo es zu einer Krise kommt, wo sich die Dinge so zuspitzen, dass sie zu eskalieren drohen, wo es auf einem Prozess hinausläuft. Streit hebr.rib ist der Rechtsstreit, das Prozessverfahren.
Abraham will keinen Prozess. Abraham und Lot sind im verheißenen Land Gottes und nun sollen sie prozessieren?
Das kann nicht sein.
Und so sucht Abraham das Gespräch. Er macht den Anfang. Er sucht die Lösung des Konfliktes und zwar eine friedliche Lösung des Konfliktes.
Das neue Testament bezeugt: Jesus – ist unser Friede.(Eph.2,9)  Jesus schenkt Friede mit Gott. Er verbindet Gott und Mensch, indem er, der Sohn Gottes  unsere Schuld auf sich nimmt. Er macht Frieden. Wenn wir dies annehmen, dann empfangen wir Vergebung und Frieden.
Dieser Friede soll sich nun auch im Alltag auswirken. Paulus sagt deshalb: So viel an euch liegt, habt mit allen Menschen Frieden. (Röm.12,16). Und vergeltet nicht Böses mit Bösem, sondern segnet. (1.Petr.3,9) Abraham will Frieden – und er macht Lot ein Angebot.

2.Trennung – wähle das Land, das dir gefällt 
Abraham macht Lot – ein überraschendes Angebot. Er sagt: Dir steht alles Land offen. Willst du die rechte Seite, dann nehme ich die linke Seite. Willst du die linke Seite, dann nehme ich die rechte Seite.
Was ist das Besondere an diesem Angebot?
Es geht Abraham nicht um sich. Es geht ihm nicht um seine eigensüchtigen Interessen. Es geht ihm nicht um den eigenen Gewinn, um das beste Land, um die reichsten Wasservorkommen.
Es geht ihm um Frieden. Frieden geschieht nur über Uneigennützigkeit.
Paulus sagt dazu im Phil.brief: „Denkt nicht an euren eigenen Vorteil, sondern habt das Wohl der anderen im Auge. Seht auf Jesus Christus. Jesus hielt nicht selbstsüchtig daran fest, Gott gleich zu sein. Er wurde um unseretwillen Mensch, er nahm um unseretwillen sogar das Kreuz, die tiefste Erniedrigung auf sich.“  (Phil.2) Das ist Liebe. Das ist das Wesen der Liebe.

So hat es Abraham gelebt im Blick auf Lot und den Konflikt.
Er schreibt Lot nicht die Lösung vor, obwohl er als Ältere in der damaligen Zeit das Recht auf das fruchtbare Land gehabt hätte.
Er nimmt sich nicht das fruchtbare Land in der Jordangegend. Nein er lässt los, er lässt Lot die Wahl.  Und Lot hebt seinen Blick, er lässt seinen Blick über die ganze Gegend schweifen, er schaut sich das Land genau an und wählt – die Jordangegend.

Nun hat Abraham das Nachsehen, nun ist er der Verlierer? Ist das so?

Abraham will nicht das beste Land, Abraham will Frieden.
Aber das geht nicht ohne Glauben, das geht nicht ohne Vertrauen.
Im Vertrauen auf Gott kann er eigensüchtige Gedanken, Interessen und Wünsche loslassen.
Gott hat Abraham versprochen:
Ich will dich zum großen Volk machen und will dich segnen und du sollst ein Segen sein. Deinen Nachkommen will ich dies Land geben.(1.Mose 12,1-9)

Was tut Abraham?  Er setzt sein Vertrauen auf die Zusagen Gottes.
Weil er aufgrund dieses Vertrauens keine Angst um sich selbst hat, kann er Lot das Leben gönnen, den Lebensraum ermöglichen. Lot zieht mit seinen Zelten bis nach Sodom.
Abraham aber wird zum Friedenstifter, zum Segen, so wie Gott es ihm gesagt hat: Ich will dich segnen.
Nun passiert etwas Überraschendes.

3.Eine neue Begegnung mit Gott
Abraham hört in diesem Konflikt auf Gott, er geht Gottes Weg des Friedens, er lässt Lot die Wahl im Vertrauen auf Gott.

Und augenblicklich spricht Gott mit ihm. Lot hatte die reiche, aber gottlose Jordangegend gewählt.
Abraham hat den Weg Gottes gewählt und erfährt sein Reden, seine Zuwendung. Welch ein Glück. Welch ein Geschenk.

Nun bittet Gott Abraham seine Augen zu erheben: er soll das ganze Land sich anschauen – Nord, Süd, Ost und West.

Und dann Gott erneuert sein Versprechen: all das Land, das du siehst, will ich dir und deinen Nachkommen für alle Zeit geben.
Und dann soll er im Auftrag Gottes das ganze Land abschreiten und so in Besitz nehmen.

Und wieder baut Abraham Jahwe in Hebron ein Altar, er betet ihn an, er verkündigt seinen großen Namen.

Was macht diese Geschichte deutlich?
Gott lädt uns ein, seinen Weg mit ihm zu gehen. Wenn wir darauf im Vertrauen eingehen, wird es ein Weg des Segens werden, ein Weg des Friedens, ein Weg der persönlichen Begegnung mit ihm, seiner Leitung und Führung.

Pfr.Lic.Erhard Lieberknecht
Vonadmin

Reden – das gefährdete Geschenk

Miteinander reden, sich mitteilen können, austauschen ist ein unglaubliches Geschenk.

Das Gespräch, hören und reden ist für uns selbstverständlich. Wie wenig selbstverständlich das ist, wird einem oft erst dann bewusst, wenn die Hörfähigkeit nachlässt, und man bei Gesprächen nachfragen muss und doch nicht versteht, Zusammenhänge nicht mitbekommt.

Viele Menschen sind zudem einsam, leben in einem Einpersonenhaushalt. Da läuft der Fernseher. Es wird geredet, aber niemand redet mit mir persönlich. Niemand fragt, wie es mir geht.

Dann gibt es oft auch Menschen, die sich schwer tun auf andere zu zugehen, Kontakte zu knüpfen. Sie warten bis andere auf sie zugehen, doch da ist die Einsamkeit vorprogrammiert.

Also das Gespräch ist wirklich ein großartiges Geschenk Gottes. Durch Gespräch, durch Austausch ist Nähe, Gemeinschaft möglich, spüre ich Anteilnahme. Wir können durch Gespräch, durch Zuhören einander Verständnis, Wertschätzung, ja Liebe und Zuneigung ausdrücken.

Durch gute Gespräche können wir voneinander lernen, ist Miteinander möglich, auch gemeinsam zu arbeiten, etwas zu bewegen und zu gestalten in unserer Welt.

 

Doch das Gespräch, die Gemeinschaft, das Miteinander ist immer auch gefährdet.

David sagt hier im Psalm 39: Ich habe mir vorgenommen: ich will mich hüten, dass ich nicht sündige mit meiner Zunge.

Interessant – mit unserem Reden können wir sündigen.

Wie geht denn das?  Wie sieht denn das im Alltag aus? 

Immer wieder sind es auch Lapalien, an denen sich ein Streit entzündet.

Die Küche ist nicht aufgeräumt. Jemand hat versprochen, etwas zu erledigen und hat es nicht erledigt. Wir haben einen Termin ausgemacht, und der andere kommt eine ½ Stunde später. Ich bin versetzt worden. Ich habe Erwartungen an den anderen, und er kommt mir nicht entgegen.

Wie schnell können uns Vorwürfen, Anklage über die Lippen kommen, ja sogar Beleidigungen. Wir sagen Dinge, die uns hinterher leid tun, aber sie sind gesagt.

Passiert da Sünde? Ja, Sünde trennt Menschen voneinander, schafft Barrieren, dazu kommt dann Unversöhnlichkeit, nicht vergeben können, sodass Leute gar nicht mehr miteinander reden, sich sogar trennen. Wie tragisch? Sünde hat zerstörerische Auswirkungen.

Hinter vielen Konflikten stehen Bedürfnisse oder Werte, die nicht erfüllt wurden. Beim Küchenproblem die Ordnung, bei der Erledigung, Verlässlichkeit, bei der Verspätung Pünktlichkeit.

Es kann auch Wertschätzung, Liebe, gemeinsame Zeit sein.

Es ist ein Lernprozeß, die eigenen Bedürfnisse kennenzulernen und dem anderen zu sagen. So können wir auch wenn ein Konflikt passiert, einem Streit aus dem Weg gehen und in Zukunft besser miteinander umgehen.

Und dann gibt es da noch da weite Feld, des hinter dem Rücken des anderen zu reden, also negativ, schlecht über den anderen zu reden. Also seinen Ruf zu zerstören.

Ist schlechtes Reden Sünde? Ja, es beeinflusst andere, auch schlecht über diese Person zu denken und auch schlecht zu reden.

Und das zieht Kreise, als wenn man Federn ausstreut, die fliegen überall herum und du kannst sie nicht wieder einfangen.

Wo fängt eigentlich schlecht reden an? 

Ich nehme etwas am anderen wahr – an seiner Persönlichkeit, seiner Art, seinem Verhalten. Ich mache mir meine Gedanken über den andern und ich bewerte sein Persönlichkeit, seine Art, seine Verhalten. Und der Maßstab  – bin ich.

Schau wie die oder der sich anzieht, das ist zu freizügig, zu altmodisch. Wir machen uns unsere Gedanken – bewerten – der oder die ist so und so, wir kommen zugleich ins abwerten hinein und irgendwann reden wir mit anderen darüber, was wir gesehen haben, wie wir darüber denken und ziehen den da mit hinein.

 

Ich ertappe mich immer wieder beim Bewerten, ihr euch auch.

Was kann ich anders machen?

Ich kann etwas wahrnehmen – hören oder sehen an anderen Menschen; wenn ich mich beim bewerten ertappe, sage ich stopp.

Ich will das stehen lassen. Ich will den anderen stehen lassen.

Und wenn es etwas gibt, was mich verletzt, oder wo ich eine andere Sicht habe, dann besprich es doch mit dem anderen, rede vorne herum.

Damit wir andere nicht verletzten, damit wir nicht in eine zerstörerische Kommunikation hineinrutschen, können wir es durch 3 Siebe geben.

Im Eph.brief 4,29 sagt Paulus: Lasst kein faules, schlechtes oder hässliches Wort aus eurem Mund kommen, sondern redet, was gut ist, was aufbaut und was notwendig ist, damit es Segen bringe denen, die es hören.

Sapros, das griech. Wort das hier steht, bedeutet zunächst faul – für faule Fische, faule Früchte, morsche Bäume, dann auch schlecht und hässlich.

Faul heißt doch – da ist etwas in Verwesung übergegangen, ein Zerstörungsprozess, ein Todesprozess.

Also wir sollen nichts reden, was Zerstörung bzw. den Tod bringt.

Das stimmt doch ziemlich nachdenken. Also ich soll aufpassen, dass ich nichts sage, was Zerstörung bzw. den Tod bringt.

Was ich sage, soll das Leben bringen. Jesus Christus ist das Leben, deshalb soll alles, was wir sagen: Leben bringen.

Deshalb sollen wir alles, was wir  sagen, bevor wir es sagen, durch 3 Siebe geben, also prüfen:

  • Ist das, was ich sage gut?

Vorwürfe, Anklagen, Bewertungen, persönliche Spitzen, Ironie, Rufmord. All das ist nicht gut, es ist zerstörend, da kommt der Tod aus meinem Mund.

Gut ist es, wenn ich einem anderen lobe, ihm danke.  Gut ist es, wenn ich meine Bedürfnisse sage und was ich von dem anderen konkret brauche. Gut ist es, wenn ich mit einem anderen direkt rede. Ich habe ein Anliegen, das würde ich gerne mit dir besprechen.

  • Ist das, was ich sage aufbauend?

Rede ich ermutigend, sodass der andere seinen Blick auf Gott richten kann.

Humor, Witz hat etwas, andere zum Lachen, bringen. Lachen tut gut, wenn es aufbauend ist und nicht auf Kosten anderer geht.

Aufbauend meint auch, fördern wir uns durch das, was wir reden gegenseitig oder ziehen wir uns runter.

  • Ist das, was ich sage notwendig?

Wendet, das was ich sage, eine Not, muss ich das überhaupt sagen? Stelle ich mich dadurch nur in den Mittelpunkt, will anerkannt werden, Beifall einheimsen. Manchmal ist es auch notwendig zu reden. Die wäre die andere Gefahr, wir vermeiden, gehen einem Konflkt aus dem Weg, der schwelt. Dieser Konflikt muss angesprochen werden, aber in guter Weise und aufbauend, dass der Konflikt gelöst wird.

Wenn wir die 3 Siebe anwenden, dann leben wir gute Gespräche, dann wird Gemeinschaft erhalten oder gefördert.

Doch um es umsetzen zu können, brauchen wir den Heiligen Geist. Der uns hellhörig macht, wo wir in eine Falle tappen, ins Bewerten und Abwerten hineinrutschen. Dass wir dann stoppen und Gespräche führen,  die gut und abbauend sind.

 

Erhard Lieberknecht

Vonadmin

In Krisen Gott erleben – aber wie?

Es vergeht kein Tag, wo in den Medien nicht das Stichwort Krise fällt. Bankenkrise, Eurokrise, Wirtschaftskrise. Nahostkrise
Eine Krise ist eine problematische, mit einem Wendepunkt verknüpfte Entscheidungssituation.
Wir haben in den vergangenen Monaten schon so viel von der Krise gehört, dass wir uns inzwischen schon daran gewöhnt haben, das heißt sogar schon weghören, oder wegschalten, was sicher nicht gut ist. Denn wir sollten wach das Zeitgeschehen wahrnehmen, wach in unserer Beziehung zu Gott sein.
Wenn eine Krise uns in unserem eigenen Leben trifft und betrifft, dann sollten wir nicht weghören oder wegschalten; wir können es oft auch gar nicht, wenn eine Krankheit, ein Todesfall, Arbeitslosigkeit, finanzielle Sorgen uns belasten.
Menschen der Bibel sind – auch was Krisen angeht – unsere Zeitgenossen. Wir schauen in ihrer Lebensgeschichte oft in einen Spiegel, aber entdecken auch die Wirklichkeit Gottes.

1.Die Krise  
Abraham, der Stammvater des Volkes Israel hatte eine Gottesbegegnung, die sein Leben veränderte. Gott hat ihn aus seiner Heimat ins Land Kanaan gerufen. Er hat versprochen ihn zu segnen und zum Segen zu setzen. Aus seinen Nachkommen sollte ein großes Volk, das Volk Gottes werden, ein Segen für alle Völkern. Diesem Volk sollte das Land Kanaan gehören.
Abraham hört auf Gott, er zieht ins das Volk Kanaan. Er führt eine lebendige Beziehung zu Gott. Er baut einen Altar. Er redet mit Gott und er gibt auch seinen Glauben weiter.
Und dann lebte in er in Glück und Freude im Segen Gottes bis an sein Lebensende. So enden Märchen.
In der Abrahamsgeschichte geht es anders weiter:
Es kam aber eine Hungersnot in das Land.
Hunger ist eine Grunderfahrung menschlicher Not bis heute. Das Altes Testament berichtet häufig von Dürre und Hungersnot.
Also Abraham lebt im verheißenen Land und dennoch ist seine Existenz bedroht, die Zukunft in Frage gestellt. Also Abraham befindet sich in einer Krise.
Die Bibel nennt das auch Anfechtung, Versuchung – das heißt für einen Menschen, der mit Gott lebt – kann eine Krise auch zur Glaubenskrise werden.  Krise wird in der chin.Sprache mit 2 Schriftzeichen ausgedrückt – das eine Zeichen für Gefahr und das zweite Zeichen für wichtiger Zeitpunkt oder Chance.
In einer Krise lauert auch eine Gefahr – den Glauben, die Beziehung zu Gott zu verlieren, Entscheidungen ohne Gott zu treffen, Lebenswege ohne Gott zu gehen, zu versagen.

2.Die Gefahr
Es kam aber eine Hungersnot in das Land, das ist die Krise. Nun ist die Frage, wie reagiert Abraham, welche Entscheidungen trifft er nun.
Abraham verlässt Kanaan und zieht nach Ägypten, in die Kornkammer des Altertums, um als Fremder zu überleben.

a. In seiner Existensangst wendet er sich nicht an Gott und bespricht die Krise mit ihm und bittet ihn, was er tun soll.
Nein, er handelt einfach. Er hat Angst im verheißenen Land zu verhungern. Mit einem Mal ist sein Vertrauen in den lebendigen Gott weg.
Er ist von Kleinglauben befallen und steckt Sarah und die ganze Familie damit an, denn alle machen sich mit ihm auf den Weg nach Ägypten.
Das ist genau der Punkt der Anfechtung – sie will uns von Gott trennen.
In der Krise ist es so wichtig auf Gott, auf Jesus zu hören; seine Stimme hören, was sagt er uns. Bei ihm Vertrauen tanken, Zuversicht, Gelassenheit und um sein Eingreifen bitten, um den so nötigen Regen. Wir dürfen ruhig auch fragen, was willst du mir mit dieser Situation sagen, wo  brauche ich eine neue Hinwendung zu dir.
Wir haben gefragt, wie reagiert Abraham – erstens mit Kleinglaube, statt mit Glauben und Vertrauen.

b.Die Existenzangst Abrahams vertieft sich. Sie verleitet ihn zu einer Halbwahrheit, zu einer Lüge.
Auf dem Weg nach Ägypten kommt ihm der nächste Gedanke. Sarah ist eine Schönheit. Pharao könnte ihn töten, um Sarah zu seiner Frau zu machen. Da waren Herrscher damals nicht zimperlich.
Abraham hat eine Idee: Sara soll sagen, sie ist seine Schwester. Das war eine Halbwahrheit. Er log nicht, aber er sagte auch nicht die Wahrheit. Sie hatten den Vater gemeinsam, aber nicht die Mutter. Aber dennoch war die Halbwahrheit ein glatte Lüge, denn Abraham war mit Sara verheiratet.
Abraham spielt mit seiner Schwestergeschichte auf Zeit, auf Verhandlungen. Aber es kommt anders – Sara kommt aufgrund von Saras Aussage sofort in den Harem des Pharao.
Aus Existenzangst und egoistischen Gründen „Damit es mir gut geht und ich am Leben bleibe“ hat Abraham seine eigene Frau mit einer Lüge preisgegeben.
Wie konnte das passieren?
Abraham hat Gott vergessen, er hat den Segen vergessen, er hat seine Berufung vergessen. Wie können wir Menschen so schrecklich vergesslich sein. Doch bin ich, sind wir so viel anders als Abraham. Kann es uns nicht genauso gehen, dass wir Gott vergessen, und Dinge tun, die uns hinter leid tun.

3.Die Rettung 
Abraham hat den lebendigen Gott vergessen. Aber welch ein Gott ist Jahwe, welch ein Gott ist Jesus Christus!
Gott hat Abraham nicht vergessen, er vergisst auch dich nicht.
Trotz des Versagens von Abraham ist er gnädig, bleibt er dem Abraham und seiner Familie zugewandt.
Er greift ein. Wo alle Pläne Abrahams gescheitert sind, wo sein Kleinglaube und Unglaube in die Sackgasse geführt hat,  greift Gott ein, sagt Gott: „Stopp.“
Er stoppt den Pharao durch Krankheiten, die ihn und sein ganzes Haus treffen. Er macht ihm klar, da passiert Unrecht. Sarah geschieht Unrecht.
Er stoppt nicht nur Pharao, er stoppt nicht nur die Sünde.
In diesem ganzen Geschehen zeigt Gott sein Wesen: Seine Gnade, seine Liebe und seine Treue. Auf die Verheißungen, auf die Zusagen Gottes sind 100% Verlass. Gott bleibt dabei: Ich will dich segnen. Ich schenke dir einen Sohn, ich schenke Israel das Land. Gott ist treu. Wie schnell vergessen wir die Treue Gottes. Aber die Bibel sagt: Sind wir untreu, so bleibt Gott doch treu. (2.Tim.2,13)
Gott ist treu, auf seine Zusagen sind Verlass. Was heißt das?
Er hat Sara bewahrt, dann hätte er Abraham und seine ganze Familie auch in der Hungersnot bewahrt.
Eine Krise muss nicht zur Anfechtung werden, wenn wir sorgsam auf Gottes Stimme hören und ihm vertrauen.

4.Die Umkehr
Gott hat eingegriffen, aber er konnte Abraham nicht die Folgen seines Unglaubens abnehmen. Abraham, der Fürst Gottes, muss sich die Vorwürfe des Pharao anhören, die Demütigung über sich ergehen lassen: Da nimm deine Frau und geh. Und schließlich wird er an die Grenze Ägyptens eskortiert nach dem Motto: Lass dich nicht mehr hier blicken. Das ist alles sehr demütigend für Abraham.
Und Abraham, da ist er uns wieder ein Vorbild, er nimmt die Demütigung an. Er steht dazu.
Und zugleich kehrt er um. Abraham kehrt wieder nach Kanaan zurück, nicht irgendwohin, sondern nach Bethel, wo er Gott einen Altar gebaut hatte.
Abraham ruft den Namen Jahwes an, er kehrt um zu Gott.
Er bekennt Gott seine Eigenmächtigkeit, seinen Kleinglauben, seinen Ungehorsam, seine Lüge, seinen falschen Weg.
Nirgends sind wir Gott näher, als da wo wir zu ihm umkehren, wo wir wieder heimkehren zu ihm, zu seiner Liebe, an sein Vaterherz.
Und das ist total notwendig, denn die nächste Herausforderung wartet schon auf Abraham. Menschen mit Gott sind nie ohne Herausforderungen. Aber Abraham meistert die nächste Herausforderung im Vertrauen zu seinem Gott.

                  Pfr.Lic.Erhard Lieberknecht
Vonadmin

Nichts Schöneres

„Es gibt nichts Schöneres unter der Sonne, als unter der Sonne zu sein“, so hat Ingeborg Bachmann in einem ihrer Bücher geschrieben.

Was ist ein Sommer ohne Sonne? 

Er geht vorüber. Aber es fehlen zwei wesentliche Dinge: der Glanz und die Frucht. Das Sonnenlicht überstrahlt die Tage. Wir genießen es in der Sonne zu sitzen. Welch ein Geschenk sind die Sommertage im Schwimmbad oder am See. Das Sonnenlicht lässt die Früchte reifen auf den Feldern, an den Bäumen, in den Weingärten.

Was ist ein Leben ohne Gottes Liebe? 

Es geht vorüber. Aber es fehlen zwei wesentliche Dinge: der Glanz und die Frucht. Mit Gott werden unsere Tage erfüllter und fruchtbarer. Früher oder später erlebt jeder Mensch, den Herbst seines Lebens. Dann ist die Frage, was gewachsen ist. Ist bleibende Frucht gewachsen?   Sehen andere Menschen etwas von Gottes ansteckender Liebe und Freude in unserem Leben.  Wenn unser Leben wie ein welkes Blatt vom Baum der Geschichte abfällt, in die ewige Nacht hinausweht und verloren ist, das wäre sehr tragisch.

Ein Sommer ohne Sonne und ein Herbst ohne Ernte sind traurig. Ein Leben unter der Liebe Gottes, das zu bleibenden Frucht für Gott heranreift, das ist der Sinn des Lebens. Lichtquelle ist immer auch Lebensquelle. Und beides finden wir nur in der Beziehung zum lebendigen Gott.

Vonadmin

Der auferstandene Christus will unseren Alltag gestalten !

Ostern – die Auferstehung Jesu Christi ist absolutes Freudenfest –  Jesus, der Gekreuzigte lebt. Was gibt es Größeres ! Ralf Luther, ein evangelischer Theologe, sagt zum Thema „Auferstehung“: Die Auferstehung  Jesu ist Weltereignis.

Mit der Auferstehung Jesu ist eine völlige Umwälzung in den gesamten Weltzuständen angebahnt. Der Tod spricht nicht mehr das letzte Wort. Jesus hat den Tod entmachtet.  Das hat Folgen für alle, die Jesus Christus vertrauen.
Ralf Luther sagt: Als Kolumbus zur neuen Welt vordrang, war sie nicht nur für ihn, sondern für die ganze alte Welt erschlossen.
Wenn aus einem verschütteten Bergwerk einer den Weg ins Freie findet, so sind alle Verschütteten frei.  Deshalb kann das Neue Testament nicht genug davon sprechen, welche unermesslichen Folgen die Auferstehung Jesu für uns Menschen hat.
Und doch wir tun uns schwer mit der Auferstehung Jesu – kann das sein, dass einer jenseits der Todeslinie steht, das übersteigt unseren Verstand, und der Verstand ist nach wie vor die oberste Messlatte, ob etwas sein kann oder nicht.
Die Frage ist, ob nicht unser Verstand unser Gott bzw. unser Götze ist, dem wir alles unterordnen – und gehen dabei am Leben vorbei.

Bilder für die Auferstehung

Und doch wie freundlich ist Gott – er gibt uns Bilder, Gleichnisse, die uns helfen wollen, einen Blick für die Größe Gottes zu bekommen.
Ein Gleichnis, ein Bild ist die Raupe.
Eine Raupe schlänget sich in der Erde dahin, wenn man im Garten arbeitet, trifft man immer wieder auf sie – dann wird sie erdfarben. Zur  Puppe geworden, schläft sie wie in einem Sarg – 14 Tage, 3 Wochen, einen oder gar zwei Winter. Und dann kommt der bewegendste Augenblick  – die Verwandlung der Puppe in die vollendete Gestalt des Schmetterlings.
Die Puppe ist nur mit einer gestaltlosen Flüssigkeit gefüllt , und doch kann man die Zonen erkennen, aus denen die Flügel, die Füße, die Auge, die Fühler entstehen sollen.  Wenn der Tag zum Schlüpfen gekommen ist, streckt sich die Puppe, ihr Hinterteil wird länger und steift, dann passiert ein Sprung in der Hülle.
Der Schmetterling stößt mit dem Kopf nach vorn, mit den Füßen nach hinten. Die Fühler  werden frei, die Füße und schließlich die Flügel – der Schmetterling ist geboren.  Unglaublich –  aber wahr !  Die Puppe tot, nichts mehr zu erwarten, Ende und dann passiert neues Leben – dem Schöpfer des Lebens ist nichts unmöglich !

Augenzeugen des Auferstandenen

Und dann macht Gott es noch deutlicher:
Da kommen die Frauen, die Jesus nachgefolgt sind, am Ostersonntagmorgen  sehr früh an das Grab und sie sind total überrascht – der Stein weggerollt und dann schauen sie ins Grab hinein – der Leichnam Jesu weg, nicht mehr vorhanden.
Dann werden 2 Engel, Boten Gottes sichtbar, die sagen: er ist nicht hier – er ist auferstanden, wie er es euch gesagt hat, geht, sagt den anderen Jünger, dass er von den Toten auferstanden ist, und dann gehen sie hin, um es den Jüngern zu sagen und unterwegs begegnen sie dem Auferstandenen: er grüßt sie und sie fallen zu seinen Füßen und umfassen sie.
Was wird da in den Frauen passiert sein ? Jesus lebt – d.h. Überraschung, Schrecken und große Freude zugleich !
Und dann begegnet er Maria Magdalena, dem Petrus, den beiden Jüngern auf dem Weg nach Emmaus, dem gesamten Jüngerkreis, dem Thomas, Paulus und 500 Männern auf einmal.

Wir haben Augenzeugen – nicht für die Aufstehung Jesu – aber für den historischen Rand – für den Tod, für das Begräbnis,  für das leere Grab und die Erscheinungen des Auferstandenen.  Wir haben Zeugen für die Voraussetzungen der Auferweckung und für die Folgen der Auferweckung.
Und die Zeugen sagen alle – das Grab ist leer – wir sind ihm begegnet, wir haben ihn gesehen, wir haben ihn betastet, wir haben mit ihm gegessen – Jesus lebt !

Und wir – wir zweifeln weiter und sagen ich kann nicht glauben, halten weiter am Unglauben fest.

Oder steht hinter dem „Ich kann nicht“, vielleicht ein bewusstes oder unbewusstes „Ich will nicht“.
Sie spüren ganz tief in sich, die Sehnsucht nach Frieden, nach einer letzten Geborgenheit, nach Gewissheit des ewigen Lebens und dann sagt da eine andere Stimme:
Es steht zu viel auf dem Spiel, dann müsste ich mich ja mit dem Glauben, mit Gott, mit Jesus Christus auseinandersetzen, dann müsste ich ja meine Geldgeschichten, meine Beziehung zu meinem Partner usw in Ordnung bringen.
Der innere Widerstand, das ich will nicht, hat den Namen „Ich will mein eigener Herr bleiben, es soll mir niemand in mein Leben hineinreden.“

Doch wenn Sie sich Jesus Christus, seinem Wirken in und an Ihnen öffnen, was würde sich denn verändern, was würden Sie denn wirklich verlieren?

Verlust eines Lebens ohne Gott

Sie würden ihr altes Leben verlieren.  Das alte Leben ohne Gott – wo immer das ICH  im Zentrum steht: wie ich das Leben führe, wie ich mit dem Gott umgehe, wie ich meine Zeit gestalte, wie ich meine Partnerschaft lebe, wie ich mit Geld umgehe, mit der Sexualität, Freizeit.   Warum gibt es so viele Konflikte, Auseinandersetzungen, Streit ?  Weil uns unser Ich beherrscht.
Ist es so schade um dieses alte Leben ? Wie viel Schmerzen, viele Verletzungen, Enttäuschungen, falsche Wege, wieviel Schuld ist damit verbunden.
Paulus sagt deshalb im Gal.brief: Ich bin mit Christus gekreuzigt. Ich lebe doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir.
Mit diesem alten Leben ist nichts anfangen, es gibt dafür nur einen einzigen Platz, das Kreuz. Als Jesus gestorben ist am Kreuz, da ist er für dein und mein altes Leben gestorben, das sind wir mitgestorben; es lohnt sich nicht es festzuhalten, du kannst es nur loslassen.

Du darfst sagen: Herr Jesus, ich habe Sehnsucht nach dir, nach einem neuen Leben, komm in mein Leben.
Ja, du darfst den auferstandenen Jesus Christus in dein Leben hereinbitten – dann gilt auch für dich – Christus lebt in mir.

Ein neues Leben mit Jesus Christus

Jesus Christus in das Leben hereinbitten – das hat mit Herrschaftswechsel zu tun – Jesus Christus will  jetzt auf dem Thron des Lebens sein, das Ich ist entthront.

Christus lebt in mir – das bedeutet jeden Augenblick, jede Stunde, jede Situation, jeden  Bereich meines Lebens möchte ich jetzt auf ihn bezogen leben.

Paulus sagt: Was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben hat.

Ich bin jetzt 55 Jahre, die restlichen Jahre, die mir auf dieser Erde verbleiben, möchte ich im Vertrauen auf Jesus Christus leben, in der ständigen Verbundenheit mit ihm.
Diese Verbundenheit, das ist eine Liebesbeziehung,  das alte Leben hat er mir abgenommen, er hat mir viel vergeben, und vergibt mir jeden Tag neu, er liebt mich, deshalb will er mich jetzt leiten, an der Hand nehmen, wie ich mit ihm den Alltag lebe, wie ich ihn ehre.

Alltagsgeschichten

An einem Karfreitag ist es passiert. Ich hatte um 15.00 Um   einen Gottesdienst zu gestalten. Ich bin zeitig aus dem Haus zur Garage gegangen, dann hatte ich noch ein kurzes Gespräch, ich öffne die Garagentür, dann stehen da drei Fahrräder, die vor der Fahrerseite stehen, ich kann nicht einsteigen und wegfahren,  mein Sohn hatte sein Motorrad herausgeholt, Auto wieder hineingestellt und die 3 Fahrräder, aber eben nicht auf der richtigen Seite des Autos.

In mir kam eine Riesenwut und Ärger hoch, Fahrräder wegstellen, Auto herausfahren, Fahrräder wieder hineinstellen, und die Zeit läuft.
Erste Reaktion: Das muss ich mit meinem Sohn besprochen, das kann er ja nicht machen.
Auf der Fahrt habe ich nachgedacht, soll ich es besprechen, meinen Ärger loswerden, wie gehe ich damit um.
Und dann kam mir der Gedanke: sieh es mal aus seiner Sicht; er ist ein junger Mann,  große Freude am Motorrad fahren, nichts wie los;  da ist dann eben alles andere vergessen.
Dann fiel mir noch ein Wort der Bibel ein:   Die Liebe deckt auch der Sünden Menge (1.Petrus 4,8)
Die Aktion meines Sohnes war die eine Seite, meine Reaktion  die andere.
Was habe ich dann konkret gemacht, ich habe es übergangen, und gar nicht mit meinem Sohn besprochen. Aber auch in mir war kein Ärger mehr, ich habe sein Verhalten losgelassen, vergeben. Ich kam gerade noch rechtzeitig zum Gottesdienst und ich konnte ihn halten nicht im Groll, der Bitterkeit meinem Sohn gegenüber, sondern in Liebe, versöhnt. Das war ein großes Geschenk.

Jesus Christus – mit uns unterwegs

Jesus Christus – möchte als der Auferstandene ganz konkret in deinem und meinem Alltag mit uns unterwegs sein, bei den vielen Stolpersteinen, die da Tag für Tag herumliegen, in den Entscheidungen, die wir immer wieder treffen müssen.

Was gibt es Größeres als seine Gegenwart und Nähe in unserem Leben Tag für Tag zu erfahren, ist es dann überhaupt noch eine Frage, dass er auch mit uns über die irdische Grenze des Todes geht, doch das ewige Leben, es hat ja hier schon begonnen, wir waren doch hier schon täglich mit ihm verbunden, und wir werden es sein für immer.

Ist das nicht eine großartige Hoffnung heute schon und für immer ?
Gibt es etwas Besseres als sich ihm anzuvertrauen und mit ihm schon heute zu leben ?

© Erhard Lieberknecht

Vonadmin

Wer bin ich

  • Wer bin ich?
  • Warum nur zeige ich mich stark, immer ein Lächeln auf den Lippen ?
    • Ich bringe mich ein, um mich wichtig zu machen.
    • Ich halte mich heraus, wenn es schwierig wird.
  • Was verstecke ich hinter meiner Fassade ? Einsamkeit, Orientierungslosigkeit oder Hunger nach Liebe ?

Wenn ich es wüsste, müsste ich zugeben, dass ich innen drin langsam absterbe.

Ich erkenne es daran, dass ich Menschen zu verachten beginne, die den Mut haben, sich schwach zu zeigen. Sie machen mich zornig, weil sie mich an mein schutzloses Inneres erinnern, das ich nicht sehen will.

Meine Welt ist die Machbarkeit. Nur, was geschieht mit mir, wenn das Leben mir meine harte Schale zerbricht und ich nichts dagegen tun kann ?

Dann erwachen in mir Gefühle, mit denen ich bisher nichts zu tun haben wollte, Leere und Chaos, Hilflosigkeit und Schuld, Einsamkeit und Verzweiflung.

Ich entdecke, dass ich weich und verletzlich bin wie das Innere einer Faust. Meiner Angst zum Trotz wage ich es, mich zu öffnen. Da geschieht es, dass mir ein anderer seine geöffnete Hand reicht. Es tut mir gut, Wärme zu spüren und berührt zu werden.

Ich muss mich nicht mehr selbst halten, sondern bin gehalten und bekomme, was ich mir selbst nicht geben kann.

© Autor unbekannt

Vonadmin

Die wichtigste Frage im Leben

Im Alter von 20 Jahren gibt es eine interessante Möglichkeit. Ich kann mir vorstellen, dass ich doppelt so alt werde. Also 40 Jahre. Mit 40 Jahren kann ich mir auch noch vorstellen, dass ich doppelt so alt werde, also 80 Jahre. Aber wie ist das mit 50 Jahren ? Jetzt mit einem Mal kann ich dieses Zahlenspiel nicht mehr spielen. Es bleibt nicht mehr so viel Zeit übrig. Dann, spätestens dann entdecke ich, mein Leben ist ein kleines Leben. Während wir unser kleines Leben leben, stellt sich eine immer wieder eine Frage: Wer bin ich eigentlich ? Was macht mich aus? Worüber definiere ich mich eigentlich?

Darauf gibt es 3 Antworten:

1.Antwort: Ich bin, was ich tue

Ein Haus sein eigen nennen. Kinder haben, die erfolgreich sind. Sich Siegerpokale an der Wohnzimmerwand anschauen können. Ein Buch geschrieben haben. Auf sein Leben schauen und sagen können: „Schau das habe ich geschafft.“ Leistungen geben uns Glück und Wohlgefühl. Was aber, wenn man nicht mehr oder nicht mehr so viel leisten kann, wenn es Einbrüche im Leben gibt? Die Gesundheit Probleme macht, die Ehe zerbricht, ein Haus verkauft werden muss, die Kräfte nachlassen, dann fühlt man sich schlecht. Dann wird deutlich, wie sehr wie uns über unsere Leistung definiert haben.

2. Antwort: Ich bin, was andere über mich sagen

Wie freue ich mich, wenn Menschen mich loben. Was passiert aber, wenn Leute mich für das, was ich tue, nicht loben? Was passiert, wenn Leute mich kritisieren, ja schlecht über mich reden. Das verletzt uns. Wir denken immer wieder darüber nach. Mancher verstummt. Mancher redet pausenlos darüber. Mancher schlägt zurück. Sind wir nicht sehr sensibel im Blick auf das, was andere von uns sagen, sehr besorgt um unseren guten Ruf? Was die Leute über uns sagen, trifft uns mitten ins Herz.

3. Antwort: Ich bin, was ich habe

Was habe ich ? Vielleicht ein Haus, ein gutes Einkommen, eine Menge Vitamin B, Beziehungen, Freunde. All das gibt mir ein gutes Gefühl, ich fühle mich frei, kann mich bewegen. Sehr oft leben wir so, als wären wir das, was wir tun, was die Leute über uns sagen und was wir haben. Doch da gibt es ein Problem: Solange meine Leistung, meine Anerkanntsein, mein Besitz passen, geht es mir gut. Wenn Dinge in diesen 3 Bereichen schief laufen, dann geht es mir schlecht. Das Leben vieler Menschen ist ein ständiges Auf und Ab, bis wir abtreten und dann sowieso alles aus ist. So die landläufige Meinung. Jesus sagt: Dieses Denken ist nicht die Wahrheit, sondern eine absolute Lüge.

Gottes Antwort

Wer sind Sie eigentlich in Gottes Augen ? 

Die Antwort ist das Zentrum der christlichen Botschaft: „Du bist der Geliebte Gottes. Du bist die Geliebte Gottes.“ Jesus sagt: Wie mich mein Vater liebt, so liebe ich euch. Bleibt in meiner Liebe (Joh.15,9)

Das ist die Realität. Das ist die Wahrheit. Wie würde das Ihr Leben verändern, wenn Sie diese Wahrheit ergreifen: „Ich bin der Geliebte Gottes, ich bin die Geliebte Gottes.“ Die Hauptfrage des Lebens lautet: Glaubst du, dass du der geliebte Sohn, die geliebte Tochter des Vaters im Himmel bist? Lebst du in dieser Gewissheit täglich?

In unserem Kopf bewirken diese Worte nicht sehr viel. Gott will, dass wir sie 30 cm tiefer in unser Herz hineinlassen, dann verändert sich etwas. Ihr Leben wird dann schrittweise das Leben eines von Gott geliebten Menschen. Das ist so entscheidend für unser seelisch-geistliches Wohlbefinden.

Zudem müssen wir nicht mehr die Liebe beim Partner oder anderen Menschen einfordern. Wir erfahren die Liebe Gottes und können als geliebte Menschen unsere Bedürfnisse benennen. Wir erwarten auch nicht mehr alles vom anderen. Wir müssen ihn nicht längern überfordern. Das führt uns selbst in eine neue Freiheit und Frieden, das lässt aufatmen und leben. Das schenkt auch dem anderen Freiheit. Er wird viel lieber auf unsere Bedürfnisse eingehen. Von Gott geliebt wird die Liebe und das Leben gelingen. Diese Erfahrung wünsche ich Ihnen von Herzen.

© Erhard Lieberknecht