Der auferstandene Christus will unseren Alltag gestalten !

Ostern – die Auferstehung Jesu Christi ist absolutes Freudenfest –  Jesus, der Gekreuzigte lebt. Was gibt es Größeres ! Ralf Luther, ein evangelischer Theologe, sagt zum Thema „Auferstehung“: Die Auferstehung  Jesu ist Weltereignis.

Mit der Auferstehung Jesu ist eine völlige Umwälzung in den gesamten Weltzuständen angebahnt. Der Tod spricht nicht mehr das letzte Wort. Jesus hat den Tod entmachtet.  Das hat Folgen für alle, die Jesus Christus vertrauen.
Ralf Luther sagt: Als Kolumbus zur neuen Welt vordrang, war sie nicht nur für ihn, sondern für die ganze alte Welt erschlossen.
Wenn aus einem verschütteten Bergwerk einer den Weg ins Freie findet, so sind alle Verschütteten frei.  Deshalb kann das Neue Testament nicht genug davon sprechen, welche unermesslichen Folgen die Auferstehung Jesu für uns Menschen hat.
Und doch wir tun uns schwer mit der Auferstehung Jesu – kann das sein, dass einer jenseits der Todeslinie steht, das übersteigt unseren Verstand, und der Verstand ist nach wie vor die oberste Messlatte, ob etwas sein kann oder nicht.
Die Frage ist, ob nicht unser Verstand unser Gott bzw. unser Götze ist, dem wir alles unterordnen – und gehen dabei am Leben vorbei.

Bilder für die Auferstehung

Und doch wie freundlich ist Gott – er gibt uns Bilder, Gleichnisse, die uns helfen wollen, einen Blick für die Größe Gottes zu bekommen.
Ein Gleichnis, ein Bild ist die Raupe.
Eine Raupe schlänget sich in der Erde dahin, wenn man im Garten arbeitet, trifft man immer wieder auf sie – dann wird sie erdfarben. Zur  Puppe geworden, schläft sie wie in einem Sarg – 14 Tage, 3 Wochen, einen oder gar zwei Winter. Und dann kommt der bewegendste Augenblick  – die Verwandlung der Puppe in die vollendete Gestalt des Schmetterlings.
Die Puppe ist nur mit einer gestaltlosen Flüssigkeit gefüllt , und doch kann man die Zonen erkennen, aus denen die Flügel, die Füße, die Auge, die Fühler entstehen sollen.  Wenn der Tag zum Schlüpfen gekommen ist, streckt sich die Puppe, ihr Hinterteil wird länger und steift, dann passiert ein Sprung in der Hülle.
Der Schmetterling stößt mit dem Kopf nach vorn, mit den Füßen nach hinten. Die Fühler  werden frei, die Füße und schließlich die Flügel – der Schmetterling ist geboren.  Unglaublich –  aber wahr !  Die Puppe tot, nichts mehr zu erwarten, Ende und dann passiert neues Leben – dem Schöpfer des Lebens ist nichts unmöglich !

Augenzeugen des Auferstandenen

Und dann macht Gott es noch deutlicher:
Da kommen die Frauen, die Jesus nachgefolgt sind, am Ostersonntagmorgen  sehr früh an das Grab und sie sind total überrascht – der Stein weggerollt und dann schauen sie ins Grab hinein – der Leichnam Jesu weg, nicht mehr vorhanden.
Dann werden 2 Engel, Boten Gottes sichtbar, die sagen: er ist nicht hier – er ist auferstanden, wie er es euch gesagt hat, geht, sagt den anderen Jünger, dass er von den Toten auferstanden ist, und dann gehen sie hin, um es den Jüngern zu sagen und unterwegs begegnen sie dem Auferstandenen: er grüßt sie und sie fallen zu seinen Füßen und umfassen sie.
Was wird da in den Frauen passiert sein ? Jesus lebt – d.h. Überraschung, Schrecken und große Freude zugleich !
Und dann begegnet er Maria Magdalena, dem Petrus, den beiden Jüngern auf dem Weg nach Emmaus, dem gesamten Jüngerkreis, dem Thomas, Paulus und 500 Männern auf einmal.

Wir haben Augenzeugen – nicht für die Aufstehung Jesu – aber für den historischen Rand – für den Tod, für das Begräbnis,  für das leere Grab und die Erscheinungen des Auferstandenen.  Wir haben Zeugen für die Voraussetzungen der Auferweckung und für die Folgen der Auferweckung.
Und die Zeugen sagen alle – das Grab ist leer – wir sind ihm begegnet, wir haben ihn gesehen, wir haben ihn betastet, wir haben mit ihm gegessen – Jesus lebt !

Und wir – wir zweifeln weiter und sagen ich kann nicht glauben, halten weiter am Unglauben fest.

Oder steht hinter dem „Ich kann nicht“, vielleicht ein bewusstes oder unbewusstes „Ich will nicht“.
Sie spüren ganz tief in sich, die Sehnsucht nach Frieden, nach einer letzten Geborgenheit, nach Gewissheit des ewigen Lebens und dann sagt da eine andere Stimme:
Es steht zu viel auf dem Spiel, dann müsste ich mich ja mit dem Glauben, mit Gott, mit Jesus Christus auseinandersetzen, dann müsste ich ja meine Geldgeschichten, meine Beziehung zu meinem Partner usw in Ordnung bringen.
Der innere Widerstand, das ich will nicht, hat den Namen „Ich will mein eigener Herr bleiben, es soll mir niemand in mein Leben hineinreden.“

Doch wenn Sie sich Jesus Christus, seinem Wirken in und an Ihnen öffnen, was würde sich denn verändern, was würden Sie denn wirklich verlieren?

Verlust eines Lebens ohne Gott

Sie würden ihr altes Leben verlieren.  Das alte Leben ohne Gott – wo immer das ICH  im Zentrum steht: wie ich das Leben führe, wie ich mit dem Gott umgehe, wie ich meine Zeit gestalte, wie ich meine Partnerschaft lebe, wie ich mit Geld umgehe, mit der Sexualität, Freizeit.   Warum gibt es so viele Konflikte, Auseinandersetzungen, Streit ?  Weil uns unser Ich beherrscht.
Ist es so schade um dieses alte Leben ? Wie viel Schmerzen, viele Verletzungen, Enttäuschungen, falsche Wege, wieviel Schuld ist damit verbunden.
Paulus sagt deshalb im Gal.brief: Ich bin mit Christus gekreuzigt. Ich lebe doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir.
Mit diesem alten Leben ist nichts anfangen, es gibt dafür nur einen einzigen Platz, das Kreuz. Als Jesus gestorben ist am Kreuz, da ist er für dein und mein altes Leben gestorben, das sind wir mitgestorben; es lohnt sich nicht es festzuhalten, du kannst es nur loslassen.

Du darfst sagen: Herr Jesus, ich habe Sehnsucht nach dir, nach einem neuen Leben, komm in mein Leben.
Ja, du darfst den auferstandenen Jesus Christus in dein Leben hereinbitten – dann gilt auch für dich – Christus lebt in mir.

Ein neues Leben mit Jesus Christus

Jesus Christus in das Leben hereinbitten – das hat mit Herrschaftswechsel zu tun – Jesus Christus will  jetzt auf dem Thron des Lebens sein, das Ich ist entthront.

Christus lebt in mir – das bedeutet jeden Augenblick, jede Stunde, jede Situation, jeden  Bereich meines Lebens möchte ich jetzt auf ihn bezogen leben.

Paulus sagt: Was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben hat.

Ich bin jetzt 55 Jahre, die restlichen Jahre, die mir auf dieser Erde verbleiben, möchte ich im Vertrauen auf Jesus Christus leben, in der ständigen Verbundenheit mit ihm.
Diese Verbundenheit, das ist eine Liebesbeziehung,  das alte Leben hat er mir abgenommen, er hat mir viel vergeben, und vergibt mir jeden Tag neu, er liebt mich, deshalb will er mich jetzt leiten, an der Hand nehmen, wie ich mit ihm den Alltag lebe, wie ich ihn ehre.

Alltagsgeschichten

An einem Karfreitag ist es passiert. Ich hatte um 15.00 Um   einen Gottesdienst zu gestalten. Ich bin zeitig aus dem Haus zur Garage gegangen, dann hatte ich noch ein kurzes Gespräch, ich öffne die Garagentür, dann stehen da drei Fahrräder, die vor der Fahrerseite stehen, ich kann nicht einsteigen und wegfahren,  mein Sohn hatte sein Motorrad herausgeholt, Auto wieder hineingestellt und die 3 Fahrräder, aber eben nicht auf der richtigen Seite des Autos.

In mir kam eine Riesenwut und Ärger hoch, Fahrräder wegstellen, Auto herausfahren, Fahrräder wieder hineinstellen, und die Zeit läuft.
Erste Reaktion: Das muss ich mit meinem Sohn besprochen, das kann er ja nicht machen.
Auf der Fahrt habe ich nachgedacht, soll ich es besprechen, meinen Ärger loswerden, wie gehe ich damit um.
Und dann kam mir der Gedanke: sieh es mal aus seiner Sicht; er ist ein junger Mann,  große Freude am Motorrad fahren, nichts wie los;  da ist dann eben alles andere vergessen.
Dann fiel mir noch ein Wort der Bibel ein:   Die Liebe deckt auch der Sünden Menge (1.Petrus 4,8)
Die Aktion meines Sohnes war die eine Seite, meine Reaktion  die andere.
Was habe ich dann konkret gemacht, ich habe es übergangen, und gar nicht mit meinem Sohn besprochen. Aber auch in mir war kein Ärger mehr, ich habe sein Verhalten losgelassen, vergeben. Ich kam gerade noch rechtzeitig zum Gottesdienst und ich konnte ihn halten nicht im Groll, der Bitterkeit meinem Sohn gegenüber, sondern in Liebe, versöhnt. Das war ein großes Geschenk.

Jesus Christus – mit uns unterwegs

Jesus Christus – möchte als der Auferstandene ganz konkret in deinem und meinem Alltag mit uns unterwegs sein, bei den vielen Stolpersteinen, die da Tag für Tag herumliegen, in den Entscheidungen, die wir immer wieder treffen müssen.

Was gibt es Größeres als seine Gegenwart und Nähe in unserem Leben Tag für Tag zu erfahren, ist es dann überhaupt noch eine Frage, dass er auch mit uns über die irdische Grenze des Todes geht, doch das ewige Leben, es hat ja hier schon begonnen, wir waren doch hier schon täglich mit ihm verbunden, und wir werden es sein für immer.

Ist das nicht eine großartige Hoffnung heute schon und für immer ?
Gibt es etwas Besseres als sich ihm anzuvertrauen und mit ihm schon heute zu leben ?

© Erhard Lieberknecht

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